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Bereits die drit­te Aus­zeich­nung für die > Fest­schrift »125 Jah­re VDW« – nach einem Award des DDC (Deut­scher Desi­gner Club) und einem Diplom bei der Ber­li­ner Type 2016 wur­de die Publi­ka­ti­on nun für den Ger­man Design Award 2018 nomi­niert. Der Ger­man Design Award zeich­net inno­va­ti­ve Pro­duk­te und Pro­jek­te, ihre Her­stel­ler und Gestal­ter aus, die in der deut­schen und inter­na­tio­na­len Design­land­schaft weg­wei­send sind. Dies garan­tiert die hoch­ka­rä­tig besetz­te, inter­na­tio­na­le Jury. Ver­ge­ben wird der Ger­man Design Award vom Rat für Form­ge­bung, der deut­schen Mar­ken- und Desi­gn­in­stanz. Sein Auf­trag von höchs­ter Stel­le: das deut­sche Design­ge­sche­hen zu reprä­sen­tie­ren. 1953 auf Initia­ti­ve des Deut­schen Bun­des­ta­ges als Stif­tung gegrün­det, unter­stützt er die Wirt­schaft dabei, kon­se­quent Mar­ken­mehr­wert durch Design zu erzie­len. Das macht den Rat für Form­ge­bung zu einem der welt­weit füh­ren­den Kom­pe­tenz­zen­tren für Kom­mu­ni­ka­ti­on und Mar­ken­füh­rung im Bereich Design.

Die > Fest­schrift »125 Jah­re VDW« für der Ver­ein Deut­scher Werk­zeug­ma­schi­nen­fa­bri­ken wur­de beim Wett­be­werb »Gute Gestal­tung 2016« des DDC (Deut­scher Desi­gner Club) mit einem Award aus­ge­zeich­net. Und der Wett­be­werb Ber­li­ner Type 2016 zeich­ne­te die Publi­ka­ti­on mit einem Diplom aus.

Das hört man doch ger­ne: Der > Online-Geschäfts­be­richt 2015 von com­di­rect wur­de bereits mit drei Awards aus­ge­zeich­net: Sil­ber beim Best of Con­tent-Mar­ke­ting 2016-Award in der Kate­go­rie »Reporting Digi­tal«, Gold in der Kate­go­rie »Inter­ac­tive« bei den ARC-Awards 2016 und Sil­ber in der Kate­go­rie »Annu­al Report« beim LACP-Award 2016.

Auch die­ses Jahr wur­den wie­der die bes­ten Geschäfts­be­rich­te deut­scher Fami­li­en­un­ter­neh­men durch den Pri­va­te Public Award aus­ge­zeich­net. Auf einer fei­er­li­chen Preis­ver­lei­hung in den Räu­men der »Vil­la Oran­ge« in Frank­furt am Main erhielt der Geschäfts­be­richt der Robert Bosch GmbH die Aus­zeich­nung als Gesamt­sie­ger. Als Mit­glied der Jury durf­te ich die Awards für den Sie­ger in der Kate­go­rie »Digi­tal« (Boehrin­ger Ingel­heim) über­rei­chen. Zum Pri­va­te Public Award erscheint ein von mir gestal­te­tes > Maga­zin, mit allen wich­ti­gen Ergeb­nis­sen und Infos rund um das The­ma Geschäfts­be­rich­te. Der bereits zum sechs­ten Mal ver­lie­he­ne Pri­va­te Public Award gilt als Ver­gleichs­maß­stab für die inhalt­li­che, sprach­li­che und gra­fi­sche Qua­li­tät der Berich­te nicht-bör­sen­no­tier­ter Fami­li­en­kon­zer­ne. Bei der Bewer­tung der Geschäfts­be­rich­te arbei­tet der Initia­tor des Wett­be­werbs ergo Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft PKF Fas­selt Schla­ge und Klaus Bietz \ visu­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on zusam­men.

Das hört man doch ger­ne: Der > Online-Geschäfts­be­richt 2014 von com­di­rect wur­de bei den LACP-Awards mit Gold aus­ge­zeich­net. Die LACP Visi­on Awards wer­den jähr­lich von der League of Ame­ri­can Com­mu­ni­ca­ti­ons Pro­fes­sio­nals (LACP) ver­ge­ben und sind eine renom­mier­te Aus­zeich­nung in der inter­na­tio­na­len Finanz­be­richt­erstat­tung.

Der > Online-Geschäfts­bericht für die Deka-Grup­pe wur­de gleich dop­pelt nomi­niert: bei den BCP-Award 2015 für die Kate­go­rie »Digi­tal Media/Mobile« und beim Deut­schen Preis für Online­kommuni­kation 2015 für die Kate­go­rie »Digi­ta­ler Geschäfts­bericht«. Jetzt heißt es Dau­men drü­cken.

Die Jury der PR Report Awards hat getagt und das > Maga­zin zum Pri­va­te Public Award für die Kate­go­rie »Cor­po­ra­te Media — ana­log« in die Short­list des PR Report Awards 2015 gewählt. Am 16. April wird in Ber­lin von den nomi­nier­ten Arbei­ten in jeder Kate­go­rie des Wett­be­werbs eine Aus­zeich­nung ver­lie­hen. Dau­men drü­cken.

Auch die­ses Jahr wur­den wie­der die bes­ten Geschäfts­be­rich­te deut­scher Fami­li­en­un­ter­neh­men durch den Pri­va­te Public Award aus­ge­zeich­net. Auf einer fei­er­li­chen Preis­ver­lei­hung im Lite­ra­tur­haus in Frank­furt am Main erhielt der Geschäfts­be­richt von TÜV SÜD die Aus­zeich­nung als Gesamt­sie­ger (Foto). Als Mit­glied der Jury durf­te ich die Awards für den Sie­ger in der Kate­go­rie »Digi­tal« (MANN+HUMMEL) und den Bes­ten in der Kate­go­rie »Gestal­tung« (TRUMPF) ver­lei­hen. Zum Pri­va­te Public Award erscheint ein von mir gestal­te­tes > Maga­zin mit allen wich­ti­gen Ergeb­nis­sen und Infos rund um das The­ma Geschäfts­be­rich­te. Der bereits zum fünf­ten Mal ver­lie­he­ne Pri­va­te Public Award gilt als Ver­gleichs­maß­stab für die inhalt­li­che, sprach­li­che und gra­fi­sche Qua­li­tät der Berich­te nicht-bör­sen­no­tier­ter Fami­li­en­kon­zer­ne. Bei der Bewer­tung der Geschäfts­be­rich­te arbei­tet der Initia­tor des Wett­be­werbs ergo Kom­mu­ni­ka­ti­on mit der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft PKF Fas­selt Schla­ge und Klaus Bietz \ visu­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on zusam­men.

Der > Geschäfts­be­richt für Deka­Bank und der > Online-Geschäfts­be­richt für com­di­rect wur­den bei den LACP Awards 2013 jeweils mit Sil­ber aus­ge­zeich­net. Die LACP Visi­on Awards wer­den jähr­lich von der League of Ame­ri­can Com­mu­ni­ca­ti­ons Pro­fes­sio­nals (LACP) ver­ge­ben und sind eine renom­mier­te Aus­zeich­nung in der inter­na­tio­na­len Finanz­be­richt­erstat­tung.

Der > Geschäfts­be­richt für Hera­eus wur­de bei den LACP Awards 2013 mit Bron­ze aus­ge­zeich­net. Die LACP Visi­on Awards wer­den jähr­lich von der League of Ame­ri­can Com­mu­ni­ca­ti­ons Pro­fes­sio­nals (LACP) ver­ge­ben und sind eine renom­mier­te Aus­zeich­nung in der inter­na­tio­na­len Finanz­be­richt­erstat­tung.

Die Stu­die zum Geschäfts­be­richt-Award: Das frisch erschie­ne­ne > Maga­zin doku­mentiert nicht nur die Ergeb­nis­se des Pri­va­te Public Award son­dern bie­tet auch sonst noch eini­ge Infor­mationen rund um das The­ma Reporting.

Die zwei­te Aus­zeich­nung für den aktu­el­len > Geschäfts­be­richt der Deka­Bank: neben Sil­ber bei den LACP-Awards erhält der Bericht Bron­ze bei den ARC-Awards 2012 (Annu­al Report Com­pe­ti­ti­on).

Gleich ein Dop­pel­schlag: Sil­ber bei den LACP Awards 2012 gab es für den > Geschäfts­be­richt von Com­di­rect und den > Geschäfts­be­richt für Deka­Bank. Die LACP Visi­on Awards wer­den jähr­lich von der League of Ame­ri­can Com­mu­ni­ca­ti­ons Pro­fes­sio­nals (LACP) ver­ge­ben und sind eine renom­mier­te Aus­zeich­nung in der inter­na­tio­na­len Finanz­be­richt­erstat­tung.

Es ist schon eine beson­de­re Aus­zeich­nung, von der US-ame­ri­ka­ni­schen Außen­mi­nis­te­rin Hil­la­ry Clin­ton als Key­note-Speaker für ein Pan­nel zum The­ma FGM (Fema­le Geni­tal Muti­la­ti­on – weib­li­che Gen­tal­ver­stüm­me­lung) ein­ge­la­den zu wer­den. Sel­bi­ges wider­fuhr Tho­mas von der Osten-Sacken, Geschäfts­füh­rer der deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »wadi« und Mit­in­itia­tor der > Kam­pa­gne »Stop FGM Kur­di­stan«. Wur­de das The­ma FGM bis vor kur­zem noch als rein afri­ka­ni­sches Pro­blem wahr­ge­nom­men, so ist es der uner­müd­li­chen Arbeit von »wadi« und sei­nen Mitarbeiter/innen zu ver­dan­ken, dass mitt­ler­wei­le auch der Nahe Osten ins Blick­feld rückt. Herz­li­chen Glück­wunsch hier­zu – ver­bun­den mit der Freu­de, dass ich die Kam­pa­gne seit ihrem Start unter­stüt­zen kann.

Am 15.11. wur­den im »Frank­fur­ter Hof« die dies­jäh­ri­gen Prei­se des Pri­va­te Public Award ver­lie­hen. Bereits zum drit­ten Mal zeich­net der Wett­be­werb die bes­ten Geschäfts­be­rich­te deut­scher Fami­li­en- oder Stif­tungs­un­ter­neh­men aus. Gesamt­sie­ger wur­de der Bericht von B. Braun Mels­un­gen AG. Auf dem zwei­ten und drit­ten Platz folg­ten die Berich­te von Franz Hani­el & Cie. GmbH und der Otto GmbH & Co KG. Der erst­mals ver­lie­he­ne Son­der­preis »Bes­ter Nach­hal­tig­keits­be­richt« ging an die Oet­ker-Grup­pe. Als Jury­mit­glied für das Seg­ment Gestal­tung durf­te ich den Preis »Bes­te Gestal­tung« an die Her­aus Hol­ding GmbH über­rei­chen.

Geschafft: Nach fast zwei Jah­ren war es an der Zeit, die Web­site einem gründ­li­chen Relaunch zu unter­zie­hen. Heu­te ist sie nun end­lich online – mit einer aktua­li­sier­ten Struk­tur, kla­rer Tren­nung zwi­schen News und Pro­jekt­dar­stel­lun­gen und ganz ohne Flash-Anwen­dun­gen… Viel Spaß.

Auch die­ses Jahr wur­de der > Geschäfts­be­richt der Com­di­rect Bank wie­der bei den LACP-Awards aus­ge­zeich­net. Nach Bron­ze im letz­ten Jahr gab es dies­mal eine Sil­ber­me­dail­le. Dem­nach müß­te es, nach den Regeln der Wahr­schein­lich­keits­rech­nung, im nächs­tes Jahr Gold geben – wir arbei­ten dran. Die LACP Visi­on Awards wer­den jähr­lich von der League of Ame­ri­can Com­mu­ni­ca­ti­ons Pro­fes­sio­nals (LACP) ver­ge­ben und sind eine renom­mier­te Aus­zeich­nung in der inter­na­tio­na­len Finanz­be­richt­erstat­tung.

Sehr gute Nach­rich­ten errei­chen mich aus dem Nord­irak: Das Kur­di­sche Regio­nal­par­la­ment hat ges­tern end­lich das Gesetz zum Ver­bot von weib­li­cher Geni­tal­ver­stüm­me­lung (FGM) ver­ab­schie­det. Das ist vor allem auch der uner­müd­li­chen Arbeit der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »wadi« – die ich öfters im Nord­irak besucht habe – und der > Kam­pa­gne »Stop FGM in Kur­di­stan« zu ver­dan­ken. Ein biss­chen stolz darf man da also schon sein, auch wenn das Gesetz wohl eher sym­bo­li­schen Cha­rak­ter haben wird.

Die deut­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »wadi« braucht für Ihre bei­den Spiel­bus­se, die – bela­den mit Kin­der­spiel­zeug – abge­le­gends­te Dör­fer im Nord­irak besu­chen, drin­gend Spen­den. Nur so ist gewähr­leis­tet, dass das erfolg­rei­che Pro­jekt fort­ge­setzt wer­den kann. Ich habe des Öfte­ren »wadi« vor Ort besucht und über deren Arbeit berich­tet. Wer also etwas Gutes tun möch­te:
Spen­den­kon­to WADI e.V., Kon­to 612 305 602
Post­bank Frank­furt (BLZ 500 100 60)
IBAN: DE43500100600612305602, BIC: PBNKDEFF

Am 5. Okto­ber 2010 wur­den in Frank­furt die Prei­se des Pri­va­te Public Award ver­lie­hen. Bereits zum zwei­ten Mal zeich­net der Wettb­werb die bes­ten Geschäfts­be­rich­te deut­scher Fami­li­en- und Stif­tungs­un­ter­neh­men aus. Als Mit­glied der Jury durf­te ich auch die­ses Jahr wie­der die Lau­da­tio auf den Sie­ger in der Kate­go­rie »Gestal­tung« hal­ten.

Die­ser Preis ging dies­mal an die Hera­eus Hol­ding, wäh­rend das Unter­neh­men Franz Hani­el & Cie als Gesamt­sie­ger glän­zen konn­te. Wei­te­re Prei­se gin­gen an die Otto Group, B.Braun Mels­un­gen und Wilo SE. Aus der Pres­se­mit­tei­lung des Initia­tors ergo Kom­mu­ni­ka­ti­on: » … Das For­mat hat sich bin­nen kür­zes­ter Zeit als Ver­gleichs­maß­stab für die inhalt­li­che, sprach­li­che und gra­fi­sche Qua­li­tät der Berich­te nicht bör­sen­no­tier­ter Fami­li­en­kon­zer­ne eta­bliert. Bei der Bewer­tung der Geschäfts­be­rich­te anhand von über 90 Kri­te­ri­en arbei­tet ergo eng mit der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft PKF Fas­selt Schla­ge und dem Desi­gner Klaus Bietz zusam­men. In der Jury sind fer­ner die Mor­gan Stan­ley Bank, Roland Ber­ger Stra­te­gy Con­sul­tants und die Zep­pe­lin Uni­ver­si­tät ver­tre­ten …«

Zum Wett­be­werb ist eine umfang­rei­che Stu­die erschie­nen.

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Lau­da­tio auf den Geschäfts­be­richt der Hera­eus Hol­ding, Sie­ger in der Kate­go­rie »Gestal­tung« (Foto: ergo Kom­mu­ni­ka­ti­on)

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Die Preis­trä­ger und die Lau­da­to­ren (v.l.n.r.): Klaus Bietz, Thi­lo Brei­der (Agen­tur 3st), Jani­na Fich­te (Hera­eus Hol­ding), Dr. Lutz Raet­tig (Auf­sichts­rats­vor­sit­zen­der Mor­gan Stan­ley Bank AG, Jury­mit­glied und Lau­da­tor) Foto: ergo Kom­mu­ni­ka­ti­on

Seit 2008 haben mich drei Rei­sen in den kur­di­schen Nord­irak geführt, um die dor­ti­ge Arbeit der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »wadi« zu unter­stüt­zen. Eine > Foto­re­por­ta­ge über ein Land, von dem wir oft ein all­zu ein­sei­ti­ges Bild haben.

Der > Geschäfts­be­richt 2009 der Com­di­rect Bank wur­de bei den LACP-Awards mit Bron­ze aus­ge­zeich­net. Die LACP Visi­on Awards wer­den jähr­lich von der League of Ame­ri­can Com­mu­ni­ca­ti­ons Pro­fes­sio­nals (LACP) ver­ge­ben und sind eine renom­mier­te Aus­zeich­nung in der inter­na­tio­na­len Finanz­be­richt­erstat­tung.

Ende 2009 war ich erneut im Nord­irak, um die Arbeit Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »wadi« zu unter­stüt­zen. Ein Ergeb­nis davon war eine Bild/Text-Reportage über die Hilfs­pro­jek­te in Hal­ab­ja, die im jähr­li­chen Rund­brief von »wadi« erschien.

Ein Tag in Halabja

Hal­ab­ja – die Stadt im Nord­os­ten des Iraks, nahe der ira­ni­schen Gren­ze gele­gen, stand ein­mal kurz im Zen­trum der Welt­öf­fent­lich­keit: vor mitt­ler­wei­le 21 Jah­ren ließ Sad­dam Hus­sein die Stadt mit Gift­gas bom­bar­die­ren. 5.000 Men­schen star­ben damals sofort, Tau­sen­de spä­ter, und noch heu­te lei­den hier Men­schen unter den Spät­fol­gen. Mas­sen­grä­ber und ein weit­hin sicht­ba­res Mahn­mal sind die stei­ner­nen Zeu­gen die­ser schreck­li­chen Ver­gan­gen­heit.

Doch ich bin mit der deut­schen Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on WADI auf dem Weg, um die Zukunft von Hal­ab­ja ken­nen zu ler­nen. Ich will wis­sen: Wie gelingt es einer der­art geschun­de­nen Regi­on, sich vom Hor­ror der Ver­gan­gen­heit zu befrei­en. Unter­wegs tref­fen wir den mit Kin­der­zeich­nun­gen bemal­ten Spiel­bus von WADI. Seit nun­mehr fast zwei Jah­ren fährt der etwas alters­schwa­che Bus durch die Hau­ra­man-Regi­on und macht Sta­ti­on in Dör­fern, in denen Spiel­plät­ze für Kin­der unbe­kannt sind.

Vier Tage in der Woche sind Kos­ralan Abu Baker, der Fah­rer sowie Hero Waqel, eine Erzie­he­rin und Shnur Karemm, eine Kranken­schwester mit dem Spiel­bus in den abge­schie­de­nen und trost­losen Dör­fern unter­wegs. in Gegen­den, in denen es oft noch immer an Infra­struk­tur und medi­zi­ni­scher Ver­sor­gung fehlt.

Unzäh­li­ge Dör­fer in die­ser Regi­on wur­den im Rah­men von Sad­dams soge­nann­ter »Anfal«-Kampagne mit Gift­gas bom­bar­diert und dem Erd­bo­den gleichge­macht. Vie­le Men­schen lei­den immer noch unter phy­si­schen und/oder psy­chi­schen Spät­fol­gen. Neu­ge­bo­re­ne wei­sen häu­fig Miss­bil­dun­gen auf und die Leuk­ämie­r­a­te ist deut­lich höher als nor­mal. Unbe­schwer­ten Spaß zu haben, ist hier für Kin­der immer noch eine Sel­ten­heit und der Spiel­bus oft die ein­zi­ge Attrak­ti­on in ihrem tris­ten All­tag.

In Hal­ab­ja ange­kom­men, besu­chen wir den Radio­sen­der »Dan­ge Nwe« – zu deutsch: »Neue Stim­me«. Schon von wei­tem ist der hohe Sen­de­mast zu erken­nen. Im Jahr 2005 initi­iert von WADI, ist Radio »Dan­ge Nwe« bis heu­te der ein­zi­ge unab­hän­gi­ge Radio­sen­der im Irak. Er bie­tet vor­wie­gend ein Pro­gramm für Frau­en und Jugend­li­che. Talk­shows, Nach­rich­ten­sen­dun­gen, selbst pro­du­zier­te Doku­men­ta­tio­nen haben eben­so ihren Platz, wie regio­na­le und inter­na­tio­na­le Musik oder Roman­le­sun­gen. Das Radio ermu­tigt sei­ne Hörer mit­zu­ma­chen: die­se rufen an, sagen ihre Mei­nung und spre­chen offen Pro­bleme und Miß­stän­de an. Acht Mit­ar­bei­ter, davon fünf Frau­en, sind eigen­ver­ant­wort­lich für das Radio. Fast alle sind in Flücht­lings­la­gern auf­ge­wach­sen, kei­ner hat eine jour­na­lis­ti­sche Aus­bil­dung.

Zum Mit­tag­essen sind wir ins Frau­en­zen­trum von Hal­ab­ja ein­ge­la­den. Den übli­chen Tee gibt es ein Stock­werk höher im Frau­en­ca­fé, wel­ches 2007, als ers­tes Frau­en­ca­fé im kur­dischen Nord­irak, eröff­net wer­den konn­te. Ein wich­ti­ges Novum, da Cafés ansons­ten nur Män­nern zugäng­lich sind und Frau­en in Hal­ab­ja kei­ne Mög­lich­keit hat­ten sich unge­stört zu tref­fen. Das Frau­en­zen­trum ver­wal­tet sich mitt­ler­wei­le selbst und wird, wie alle WADI-Pro­jek­te im Raum Hal­ab­ja von der Stif­tung »Green Cross« unter­stützt. Wäh­rend am Tisch gegen­über gera­de die ers­te Selbst­hil­fe­grup­pe für geni­tal­ver­stüm­mel­te Frau­en gegrün­det wird, tref­fen auch schon die ers­ten Frau­en für die zahl­reichen Kur­se und Ver­an­stal­tun­gen ein, die hier ange­bo­ten wer­den. Vie­le Frau­en hat­ten nie die Chan­ce, Schrei­ben und Lesen zu ler­nen. Jetzt haben sie die Mög­lich­keit – und die­se wird ger­ne wahr­ge­nom­men. Das Zen­trum bie­tet wei­ter­hin medi­zi­ni­sche und juris­ti­sche Beratungs­dienste sowie berufs­qualifizierende Kur­se und Semi­na­re an.

Vie­le Frau­en tra­gen noch Kopf­tuch. Ob aus Tra­di­ti­on oder aus reli­giö­ser Über­zeugung? Ich habe ver­ges­sen zu fra­gen. Im Ver­gleich zum letz­ten Jahr sehe ich jeden­falls nun auch in den Stra­ßen von Hal­ab­ja jun­ge Frau­en west­lich ge­kleidet und ohne Kopf­tuch. Vor Jah­ren wären sie dafür noch umge­bracht wor­den. Wir machen noch eine kur­ze Zwi­schen­sta­ti­on am Mahn­mal für die Gift­gasopfer in Hal­ab­ja und dann geht es zurück nach Sule­ma­niyah. Die Zei­ten ändern sich.

Zum Pri­va­te Public Award 2009 gera­de erschie­nen: 80 Sei­ten geball­te Infor­ma­tio­nen zum The­ma Geschäfts­be­rich­te von deut­schen Fami­li­en- und Stif­tungs­un­ter­neh­men, inkl. einem Bei­trag von mir zum The­ma Gestal­tung von Geschäfts­be­rich­ten:

Das Design von Geschäftsberichten – ein Balanceakt

Umschlä­ge mit meh­re­ren Innen­klap­pen, ver­schie­de­ne Bedruck­stof­fe, Son­der­far­ben, Blind- und Heiß­fo­li­en­prä­gung oder ein­ge­leg­te Pro­dukt­über­sich­ten, aus­klapp­ba­re Innen­sei­ten oder Kle­be-, Faden- und Spi­ral­bin­dung, als Schwei­zer Bro­schur oder sogar in Buch­form … der Fan­ta­sie bei der Gestal­tung von Geschäfts­be­rich­ten von Fami­li­en- und Stif­tungs­un­ter­neh­men schei­nen kei­ne Gren­zen gesetzt zu sein. Die Gren­zen wer­den aber dann offen­sicht­lich, wenn die Gestal­tung den Inhalt über­la­gert oder nur dazu dient, vor dürf­ti­gen Inhal­ten eine impo­san­te Fas­sa­de zu stel­len. In die­sem Fall ver­fehlt der Geschäfts­be­richt sei­ne Funk­ti­on als ein zen­tra­les Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­tel von Unter­neh­men in Fami­li­en- oder Stif­tungs­be­sitz.

Der Geschäfts­be­richt muss in Text, Gra­fik und Mate­ria­li­tät (Papier, Druck, Ver­ar­bei­tung) die Wer­te eines Unter­neh­mens kom­mu­ni­zie­ren und kann wie kei­ne ande­re Publi­ka­ti­on auch eine Unter­neh­mens­stra­te­gie visua­li­sie­ren. Damit wird er zu einem wich­ti­gen Image­trä­ger des Unter­neh­mens. Aber um sei­ner Funk­ti­on gerecht wer­den zu kön­nen, muss er glaub­wür­dig sein – sowohl beim Inhalt als auch in sei­ner Gestal­tung. Denn Gestal­tung ist kein Selbst­zweck, son­dern dient dazu, Inhal­te durch visu­el­le Kom­mu­ni­ka­ti­on zu struk­tu­rie­ren und zu emo­tio­na­li­sie­ren. Mit dem Ziel, dem Emp­fän­ger den Zugang zu die­sen Inhal­ten zu erleich­tern und ihn die Iden­ti­tät eines Unter­neh­men spür­bar wer­den zu las­sen.

Das beginnt bei dem ers­ten Ein­druck, den ein Geschäfts­be­richt beim Leser hin­ter­lässt, sobald er den Bericht zur Hand nimmt. Ein außer­ge­wöhn­li­ches For­mat abseits des klas­si­schen DIN A4 erregt die Auf­merk­sam­keit, kann aller­dings auch, auf­grund der Abwei­chung vom Stan­dard­for­mat, höhe­re Erwar­tun­gen an die Gestal­tung des gesam­ten Geschäfts­be­richts wecken. Zudem hat das DIN-A4-For­mat auch Vor­tei­le – wenn z.B. alle ande­ren Bro­schü­ren des Unter­neh­mens die­ses For­mat haben und die Ver­sand­lo­gis­tik dar­auf abge­stimmt ist. Auch die Men­ge des beim Druck anfal­len­den Papier­ab­falls kann ein Gesichts­punkt sein, den es zu berück­sich­ti­gen gilt.

Für die Kom­mu­ni­ka­ti­on mit dem Leser mit Hil­fe des Geschäfts­be­richts spielt das Lay­out – also das Zusam­men­spiel ein­zel­ner Ele­men­te wie For­mat, Text, Far­ben, Bil­der, Gra­fi­ken und Tabel­len – eine ent­schei­den­de Rol­le. Die­ses Lay­out basiert auf einem Gestal­tungs­ras­ter. Das Ras­ter ermög­licht es dem Gestal­ter, dem Bericht eine visu­el­le Struk­tur zu geben, indem es die bei­den Ant­ago­nis­men Ord­nung und Krea­ti­vi­tät in eine Sys­te­ma­tik ein­bin­det. Das erfor­dert viel Fin­ger­spit­zen­ge­fühl, denn wird hier an den Stell­schrau­ben falsch gedreht, dann kann der Bericht ent­we­der lang­wei­lig gera­ten oder ins „krea­ti­ve Cha­os“ abglei­ten.

Text­ko­lon­nen mit Wäh­rungs­zei­chen und Aus­zeich­nun­gen, Auf­lis­tun­gen, Tabel­len, Info­gra­fi­ken usw. – wohl kei­ne ande­re Publi­ka­ti­on stellt der­art hohe Anfor­de­run­gen an den Fak­tor Schrift wie ein Geschäfts­be­richt. Die Wahl der rich­ti­gen Typo­gra­fie – der Schrift und deren Anwen­dungs­me­tho­di­ken wie Schrift­grö­ße, Satz­spie­gel oder Satz­art – ist ein ent­schei­den­des Kri­te­ri­um für des­sen Les­bar­keit. Und gute Typo­gra­fie schmei­chelt Auge und Inhalt zugleich, sie ist Infor­ma­ti­ons- und Image­trä­ger. Die­se Dop­pel­funk­ti­on macht die Typo­gra­fie zu einer der zen­tra­len Säu­len für die über­zeu­gen­de Gestal­tung eines Geschäfts­be­richts – zugleich aber auch zu einer der größ­ten Her­aus­for­de­run­gen. Denn trotz 6000 Jah­re Schrift­ge­schich­te: Die opti­ma­le Schrift gibt es nicht. Eine gut les­ba­re Schrift kann, falsch ein­ge­setzt, mise­ra­ble Ergeb­nis­se lie­fern und einen her­vor­ra­gen­den Inhalt kon­ter­ka­rie­ren wäh­rend eine exzel­len­te Gestal­tung auch mit einer ver­meint­lich schlecht les­ba­ren Schrift über­zeu­gen­de Resul­ta­te lie­fern kann.

Die­se her­aus­ra­gen­de Bedeu­tung der Typo­gra­fie zeigt sich auch bei Tabel­len. Gera­de weil bei ihnen der Gestal­tungs­spiel­raum begrenzt scheint, sind sie eine gestal­te­ri­sche Her­aus­for­de­rung. Auch hier gibt es kei­ne Stan­dards, aber Kri­te­ri­en der Les­bar­keit und der Sys­te­ma­tik, die es zu beach­ten gilt.

Kein Geschäfts­be­richt ohne Infor­ma­ti­ons­gra­fi­ken – denn sie ermög­li­chen dem Leser,das schnel­le Erfas­sen kom­ple­xer Zusam­men­hän­ge und eröff­nen dem Gestal­ter die Mög­lich­keit, für das Unter­neh­men ein­präg­sa­me visu­el­le Eck­punk­te im Geschäfts­be­richt zu set­zen. Ein­deu­tig­keit und Klar­heit der Infor­ma­ti­ons­ver­mitt­lung ste­hen dabei an ers­ter Stel­le, was aber nicht Gleich­för­mig­keit und Lan­ge­wei­le bedeu­ten darf. Wenn der Gestal­ter um die Anfor­de­run­gen einer gut les­ba­ren Infor­ma­ti­ons­gra­fik weiß, so bie­ten sich ihm eine Men­ge Mög­lich­kei­ten, um aus einem ein­fa­chen Dia­gramm auch einen Image­trä­ger zu machen.

Das gilt auch für den Ein­satz von Bil­dern. War frü­her das Vor­stands­fo­to oft die ein­zi­ge Foto­gra­fie, die extra für den Geschäfts­be­richt ange­fer­tigt wur­de und man sich ansons­ten aus dem Archiv bedien­te, so ist ein pro­fes­sio­nel­les Bild­kon­zept mitt­ler­wei­le unum­gäng­lich. Ob durch­ge­hend ein­heit­li­che Bild­spra­che oder Patch­work – das Kon­zept und die Authen­ti­zi­tät ist ent­schei­dend. Dau­er­g­rin­sen­de Foto­mo­del­le mit Tele­fon in der Hand oder bedeu­tungs­schwan­ge­re Meta­phern wie Brü­cken sind zwar bei Bild­agen­tu­ren schnell besorgt, aber der Glaub­wür­dig­keits-Fak­tor sol­cher Bil­der geht gegen null. Vie­le Pro­dukt­fo­tos ber­gen die Gefahr, aus dem Geschäfts­be­richt ten­den­zi­ell eine Pro­dukt­bro­schü­re zu machen, und eine Bild­stre­cke mit den schöns­ten Ansich­ten der Unter­neh­mens­zen­tra­le ist noch lan­ge kein Bild­kon­zept. Foto­gra­fie ist als Image­trä­ger zu wich­tig, als das man sie auf die Funk­ti­on der visu­el­len Auf­lo­cke­rung redu­zie­ren darf. Ein intel­li­gen­tes Bild­kon­zept und deren pro­fes­sio­nel­le Umset­zung ist ein zen­tra­ler Bestand­teil eines Geschäfts­be­richts – wobei der Begriff „Bild“ nicht nur auf die Foto­gra­fie beschränkt sein darf; auch Illus­tra­tio­nen kön­nen ein span­nen­des Bild­kon­zept erge­ben.

Um sei­ner Funk­ti­on als Image­trä­ger des Unter­neh­mens erfül­len zu kön­nen, muss sich ein Geschäfts­be­richt in das Cor­po­ra­te Design einer Fami­li­en- oder Stif­tungs­ge­sell­schaft ein­fü­gen. Oder viel­leicht doch nicht? Bei der Bezie­hungs­fra­ge zwi­schen Geschäfts­be­richt und Cor­po­ra­te Design gibt es zwei Lager: Für die einen ist das Cor­po­ra­te Design ver­bind­li­che Grund­la­ge für die Erstel­lung aller Unter­neh­mens­pu­bli­ka­tio­nen, fast schon mit dem Cha­rak­ter eines unum­stöß­li­chen Geset­zes. Die Unter­ord­nung des Geschäfts­be­richts unter die­sen Regeln bedeu­tet oft­mals ein in Stein gemei­ßel­tes Gestal­tungs­ras­ter – obgleich die­ses Ras­ter eigent­lich für Pro­dukt­bro­schü­ren o.ä. gedacht ist – sowie eine unpas­sen­de Typo­gra­fie und vor­ge­fer­tig­te Bild­wel­ten. Die­sem Kon­flikt fällt dann lei­der nur all­zu oft die gestal­te­ri­sche und somit die kom­mu­ni­ka­ti­ve Qua­li­tät des Berichts zum Opfer. Das ande­re Lager dage­gen pos­tu­liert die gestal­te­ri­sche Frei­heit nach dem Mot­to „Wir machen schließ­lich einen GESCHÄFTSBERICHT, da dür­fen uns doch die Fes­seln des Cor­po­ra­te Design nicht ein­engen“. Das kann aller­dings zur Fol­ge haben, dass der Geschäfts­be­richt zwar ein krea­ti­ves Meis­ter­werk wird, aber kei­ner­lei visu­el­le Bezü­ge zum Unter­neh­men zeigt – und damit eben­falls als Image­trä­ger ver­sagt. Mitt­ler­wei­le gesellt sich noch ein drit­tes Lager hin­zu. Das pro­fi­tiert von den Schwä­chen der bei­den ande­ren und klam­mert sich an ein neu­es Rezept Ein für alle Unter­neh­men gül­ti­ges „Geschäfts­be­richt Cor­po­ra­te Design“: uni­ver­sel­le Stan­dards für Typo­gra­phie, Gestal­tungs­ras­ter und Lay­out-Sys­te­ma­tik bis hin zur buch­bin­de­ri­schen Ver­ar­bei­tung.

Rich­tig ist: Das Cor­po­ra­te Design eines Unter­neh­mens kann nicht gänz­lich außen vor gelas­sen wer­den, da der Geschäfts­be­richt zen­tra­ler Bestand­teil des visu­el­len Erschei­nungs­bild eines Unter­neh­mens ist. Rich­tig ist aber auch: Gestal­te­ri­sche Frei­hei­ten sind not­wen­dig, da der Geschäfts­be­richt inner­halb der Unter­neh­mens­pu­bli­ka­tio­nen inhalt­lich und for­mal eine Son­der­stel­lung ein­nimmt, die von einem Cor­po­ra­te Design kaum voll­stän­dig berück­sich­tigt wer­den kann. Und: Es gibt gewiss Stan­dards, die bei der Gestal­tung von Geschäfts­be­rich­ten hilf­reich sind. Aber sie dür­fen kein Dog­ma sein, sonst läuft das Fami­li­en- oder Stif­tungs­un­ter­neh­men Gefahr, aus­tausch­ba­re Kopi­en auf hohem Niveau zu erzeu­gen – und sei­ne Chan­ce unge­nutzt ver­strei­chen zu las­sen, den Geschäfts­be­richt als glaub­wür­di­ges Kom­mu­ni­ka­ti­ons­in­stru­ment erfolg­reich ein­zu­set­zen.

Am 26. Okto­ber 2009 wur­den in Frank­furt die Prei­se des Pri­va­te Public Award ver­lie­hen. Der Wettb­werb kürt die bes­ten Geschäfts­be­rich­te deut­scher Fami­li­en- und Stif­tungs­un­ter­neh­men aus. Ich durf­te als Mit­glied der Jury die Lau­da­tio auf den Sie­ger in der Kate­go­rie »Gestal­tung« hal­ten.

Hin­ter dem Pri­va­te Public Award steht die inha­ber­ge­führ­te Kom­mu­ni­ka­ti­ons­be­ra­tung ergo gemein­sam mit der Wirt­schafts­prü­fungs­ge­sell­schaft PKF Fas­selt Schla­ge Lang und Stolz. Unter­stützt wer­den sie von renom­mier­ten Part­nern wie der Mor­gan Stan­ley Bank und Roland Ber­ger Stra­te­gy Con­sul­tants, die auch in der Jury ver­tre­ten sind. Das Urteil beruh­te auf einem mehr als 70 Qua­li­täts­merk­ma­le umfas­sen­den Kri­te­ri­en­ka­ta­log zu Inhalt, Struk­tur und Spra­che sowie Gestal­tung und Nut­zer­freund­lich­keit der Geschäfts­be­rich­te. Damit liegt erst­mals ein For­mat für die maß­ge­schnei­der­te Bewer­tung von Geschäfts­be­rich­ten vor, das sich auf nicht bör­sen­no­tier­te Unter­neh­men in Fami­li­en- und Stif­tungs­be­sitz fokus­siert. Die Ergeb­nis­se aus der Geschäfts­be­richts-Ana­ly­se und einer beglei­ten­den Umfra­ge sind in der groß ange­leg­ten Stu­die „Aus guter Fami­lie“ (PDF 794 KB) auf­be­rei­tet.

Dem­nach reicht die Band­brei­te der unter­such­ten Geschäfts­be­rich­te von Kata­log­stär­ke bis zum dün­nen Heft­chen, vom puris­ti­schen Finanz­be­richt bis zum Mes­se­stand im Print­for­mat. Der Trend zur wert­ori­en­tier­ten Bericht­erstat­tung – bei Bör­sen­wer­ten längst Stan­dard – hat sich noch kei­nes­wegs flä­chen­de­ckend durch­ge­setzt. Inter­es­sant auch: Mit den Vor­tei­len, die eine sta­bi­le Eigen­tü­mer­struk­tur gera­de in der Finanz­markt­kri­se mit sich bringt, gehen längst nicht alle Fami­li­en- und Stif­tungs­un­ter­neh­men offen­siv um. Dafür wird in Pro­gno­se­be­rich­ten häu­fig Klar­text gere­det, weil kei­ne Rück­sicht auf den Akti­en­kurs genom­men wer­den muss.

Die Adolf Würth-Grup­pe hat den bes­ten Geschäfts­be­richt 2008 aus der Grup­pe der 240 größ­ten, nicht bör­sen­no­tier­ten Fami­li­en- und Stif­tungs­un­ter­neh­men Deutsch­lands vor­ge­legt. Beim erst­mals aus­ge­lob­ten pri­va­te publ!c Award erreich­te das Unter­neh­men aus Kün­zel­sau über 80 % der Höchst­punkt­zahl. Platz zwei belegt der Bericht des Land­ma­schi­nen­bau­ers CLAAS, wäh­rend sich Gies­ecke & Devri­ent den drit­ten Platz sichern konn­ten. Dane­ben wur­den Aus­zeich­nun­gen für die bes­te Spra­che (Voith), die bes­te Gestal­tung (Mar­quard & Bahls) sowie die bes­te Cor­po­ra­te Gover­nan­ce-Kom­mu­ni­ka­ti­on (Del­ton) ver­ge­ben.

Zusam­men mit Dr. Mar­tin Fas­selt (PKF), Tors­ten Olt­manns (Roland Ber­ger), Dr. Kat­rin Ste­fan (Zep­pe­lin Uni­ver­si­tät) und Andre­as Mar­tin (ergo Kom­mu­ni­ka­ti­on) bin ich Jury-Mit­glied des Pri­va­te Public Award. Der Wett­be­werb wird die bes­ten Geschäfts­be­rich­te von deut­schen Fami­li­en- und Stif­tungs­un­ter­neh­men aus­zeich­nen.

Tho­mas von der Osten-Sacken ist Grün­dungs­mit­glied der Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »wadi«. Dane­ben ist er Publi­zist, schreibt u.a. für »Die Welt« und für »Jung­le World«, und ein gefrag­ter Exper­te zu den The­men Irak und Naher Osten. Wäh­rend mei­nes Auf­ent­halts im kur­di­schen Nord­irak habe ich ein Inter­view mit ihm geführt.

Seit 1991 ist »wadi« nun im Irak tätig. Wie kam es eigentlich zur Gründung eurer Hilfsorganisation?

»wadi« wur­de gegrün­det von Leu­ten, die 1991, unmit­tel­bar nach dem zwei­ten Golf­krieg, in den ver­schie­dens­ten Hilfs­pro­jek­ten im Irak gear­bei­tet haben. Ich war einer davon. Ich habe acht Mona­te im Süd­irak in einem Not­hillfs­pro­jekt gear­bei­tet und dabei das Land, und vor allem auch die Dik­ta­tur Sad­dam Hus­seins, ken­nen­ge­lernt. Die Men­schen dort im Süd­irak gaben uns den Rat, in den Nor­den, also in das damals schon befrei­te ira­kisch-Kur­di­stan, zu gehen. Dar­auf­hin haben wir Ende 1991 »wadi« gegrün­det und 1993 mit unse­rer Arbeit in der Regi­on ange­fan­gen.

Wie hat sich eure Arbeit im Laufe der Zeit entwickelt?

Schon von Beginn an war uns klar, dass wir einen Schwer­punkt auf sozia­le Pro­jek­te legen wol­len. Also Pro­jek­te, die lang­fris­tig auch gesell­schaft­li­che Ver­än­de­run­gen voran­treiben. Aller­dings waren die Vor­aus­set­zun­gen zu die­ser Zeit alles ande­re als ide­al: im Nord­irak, als auch im gesam­ten Land, herrsch­te ziem­li­ches Cha­os. Die Not im Land war der­art groß, dass wir mehr auf kurz­fris­ti­ge Hil­fe set­zen muss­ten. Aber im Lau­fe der Zeit haben sich dann doch unse­re Schwer­punk­te her­aus­kris­tal­li­siert: also die Unter­stüt­zung von Pro­jek­ten für Frau­en und Jugend­li­che oder von Gefan­ge­nen- und Flücht­lings­pro­jek­ten. Vor allem ab 2003, nach dem Sturz von Sad­dam Hus­sein, hat sich die Lage in der Regi­on soweit sta­bi­li­siert, das wir end­lich auch Pro­jek­te ange­hen konn­ten, die eher lang­fris­tig ange­legt sind.

»wadi« hat mittlerweile zahlreiche Mitarbeiter, die in den verschiedensten Projekten tätig sind. Wie sieht eure Mitarbeiter-Struktur aus und welche Leute arbeiten für »wadi«?

Momen­tan sind etwas über sech­zig Leu­te in den ein­zel­nen Pro­jek­ten tätig. Da wir gro­ßen Wert dar­auf legen, dass unse­re Orga­ni­sa­ti­on die dor­ti­gen gesell­schaft­li­chen Struk­tu­ren wie­der­spie­gelt, sind es vie­le Frau­en und vie­le sehr jun­ge Men­schen, die für uns arbei­ten. Man muss sich immer wie­der klar machen, dass im Nahen Osten etwa 60% der Leu­te unter 25 sind, aber in den dor­ti­gen Orga­ni­sa­tio­nen und Insti­tu­tio­nen ein Alters­durch­schnitt von 40 bis 50 vor­herrscht. Unser Ziel ist es, den Leu­ten bei uns zu hel­fen, neue und eige­ne Wege zu gehen. Da sind uns Uni­ver­si­täts­ab­schlüs­se usw. nicht so wich­tig, son­dern ent­schei­dend ist, dass die Leu­te enga­giert sind. Damit haben wir die bes­ten Erfah­run­gen gemacht. Die Radio­sta­ti­on in Hal­ab­dscha, wo Du ja auch warst, ist hier­für ein gutes Bei­spiel: Vie­le der Leu­te dort sind in Flücht­lings­la­gern groß gewor­den, hat­ten noch nicht mal die Mög­lich­keit für eine ordent­li­che Schul­aus­bil­dung und trotz­dem mana­gen sie jetzt selbst­ver­ant­wort­lich eine gan­ze Radio­sta­ti­on. Das bedeu­tet auch, dass die Leu­te am Anfang Feh­ler machen müs­sen. Wir erwar­ten also am Beginn kei­nes­wegs eine per­fek­te Arbeit. Wir kön­nen aber dafür mit sehr fla­chen Hier­ar­chi­en arbei­ten und, was ganz wich­tig ist, die Leu­te ent­wi­ckeln im Lau­fe der Zeit ein hohes Maß an Krea­ti­vi­tät und Eigen­ver­ant­wor­tung.

Betreut ihr nur Projekte im kurdischen Nordirak oder seit ihr auch in anderen Regionen tätig?

Wir unter­stüt­zen ein Com­mu­ni­ty-Radio für Frau­en und Jugend­li­che in Jor­da­ni­en und bera­ten nicht­staat­li­che syri­sche Orga­ni­sa­tio­nen. Außer­dem haben wir frü­her Pro­jek­te in Isra­el, vor allem in der ara­bisch-israe­li­schen Com­mu­ni­ty, unter­stützt. Und natür­lich sind wir auch in Deutsch­land aktiv: zum einen in der Flücht­lings­ar­beit und zum ande­ren bei der Unter­stüt­zung der demo­kra­ti­scher Oppo­si­ti­on aus dem Nahen Osten, vor allem aus Syri­en und dem Iran.

Im letzten Jahr startete »wadi« im kurdischen Nordirak eine Kampagne gegen FGM, also der Genitalverstümmelung bei Mädchen und Frauen, und das mit großem Erfolg. Wie ist der Stand der Dinge?

Erstaun­lich gut. Die Frau­en­fra­ge ist momen­tan das zen­tra­le The­ma im kur­di­schen Par­la­ment – nicht zuletzt wegen unse­rer Kam­pa­gne. Es wur­de sehr kon­tro­vers über eine Ver­än­de­rung des Zivil­straf­rechts dis­ku­tiert, mit dem Ergeb­nis, dass nun ein Gesetz im Regio­nal­par­la­ment ver­ab­schie­det wer­den soll, das weib­li­che Geni­tal­ver­stüm­me­lung unter Stra­fe stel­len wird. Gera­de in den letz­ten Wochen wur­de von Par­la­ments­ab­ge­ord­ne­ten, aber auch von Ver­tre­tern der Regie­rung, Geni­tal­ver­stüm­me­lung bei Mäd­chen und Frau­en in den Medi­en stark the­ma­ti­siert. So ist in den ver­schie­de­nen kur­di­schen Fern­seh­sta­tio­nen sehr viel da­rüber berich­tet wor­den. Wir sind sehr opti­mis­tisch, dass das Gesetz kommt und damit zum ers­ten Mal eine Regie­rung in die­ser Regi­on, öst­lich des Suez-Kanals, die Exis­tenz die­ses Pro­blems aner­kannt hat.

Hilfsprojekte kosten Geld. Wie werden eure einzelnen Projekte finanziert?

Wir wer­den fast aus­schließ­lich von nicht­staat­li­chen Orga­ni­sa­tio­nen und Stif­tun­gen aus aller Welt unter­stützt. Wir haben Geld­ge­ber in den USA, in der Schweiz, in Öster­reich und in Frank­reich. Aber rela­tiv wenig Unter­stüt­zung aus Deutsch­land. Das mag dar­an lie­gen, dass für vie­le in Deutsch­land unse­re Arbeits­wei­se im Irak unge­wohnt ist. Aber auch dar­an, dass staat­li­che Stel­len in Deutsch­land kein gro­ßes Inter­es­se dar­an haben, in die­ser Regi­on aktiv zu wer­den und uns gegen­über auch sehr reser­viert sind. Und zwar des­halb, weil wir immer, auch 2003, auf der Sei­te der demo­kra­ti­schen ira­ki­schen Oppo­si­ti­on und der ira­ki­schen Kur­den stan­den. Für uns war der Sturz Sad­dam Hus­seins Prio­ri­tät.

Welche Projekte benötigen am dringensten finanzielle Unterstützung?

Aktu­ell benö­tigt unse­re Kam­pa­gne gegen Geni­tal­ver­stüm­me­lung drin­gend finan­zi­el­le Unter­stüt­zung. Und dann gibt es noch Pro­jek­te, die qua­si in der Schub­la­de lie­gen, aber nicht gestar­tet wer­den kön­nen, weil wir kei­ne Finan­zie­rung dafür haben. Seit­dem unse­re Radio­sta­ti­on in Hal­ab­dscha läuft, kom­men bei­spiels­wei­se immer wie­der Leu­te auf uns zu, die ein ähn­li­ches Pro­jekt mit uns rea­li­sie­ren möch­ten. So haben wir seit fast zwei Jah­ren ein Radio­pro­jekt in Pla­nung, das ein drei­spra­chi­ges Pro­gramm in kur­disch, ara­bisch und turk­me­nisch sen­den soll…

…aber trotz kleinem Budget arbeitet ihr sehr erfolgreich?

Ja, wir sind in der Regi­on momen­tan die Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen mit den meis­ten Pro­jek­ten. Aber wir sind dazu gezwun­gen, jeden Dol­lar mehr­mals umzu­dre­hen und sind auf jede noch so klei­ne Spen­de ange­wie­sen.

Du bist jetzt seit 17 Jahren im Irak tätig und mittlerweile ja auch ein gefragter Experte zum Thema Irak und Naher Osten. Wenn Du einen Ausblick wagen würdest: Wo steht dieses Land am Ende der nächsten 17 Jahre?

Das Land kann sich in eine posi­ti­ve Rich­tung ent­wi­ckeln, die Anzei­chen sind da. Aber hier­zu braucht es eine brei­te soli­da­ri­sche Unter­stüt­zung. Lei­der fehlt aber die­se Unter­stützung aus Euro­pa fast gänz­lich. Die Pro­ble­me in die­sem Land, und im gesam­ten Nahen Osten, sind nun­mal der­art tief­ge­hend, dass man mit sehr gro­ßen Zeit­fens­tern kal­ku­lie­ren muss, wenn man ernst­haf­te Ver­än­de­run­gen in Gang brin­gen will. Unse­re 17-jäh­ri­ge Arbeit hat uns gezeigt, wie lan­ge es nach einer Dik­ta­tur dau­ern kann, bis die Men­schen eigen­ver­ant­wort­lich tätig sind. Bis gesellschaft­liche Pro­ble­me wirk­lich auf den Tisch kom­men, Öko­no­mie ver­än­dert wird, usw. Eine soli­da­ri­sche Unter­stüt­zung von außen, gera­de auch aus Euro­pa, ist ent­schei­dend, um die­sem Land eine Per­spek­ti­ve zu geben. Eine Per­spek­ti­ve, die sich auch auf Län­der wie Iran oder Syri­en aus­wir­ken muss. Ansons­ten kann kann es eben­so ins Gegen­teil umschla­gen. Wenn Isla­mis­ten und die Dik­ta­tu­ren im Nahen Osten wei­ter gestärkt wer­den, kann dem Irak eine Art „Soma­li­sie­rung“ dro­hen. Das wäre der „worst-case“ – mit kata­stro­pha­len Aus­wir­kun­gen welt­weit.

Seit der Grün­dung im Jahr 1991 unter­stüt­ze ich nun die deut­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on »wadi«. Eine Spen­de mei­ner dama­li­gen Agen­tur ermög­lich­te bei­spiels­wei­se, eine Unter­schrif­ten-Kam­pa­gne gegen weib­li­che Geni­tal­ver­stüm­me­lung (FGM) im Nord­irak zu star­ten. Die­se Kam­pa­gne war der­art erfolg­reich, dass dem dor­ti­gen Regio­nal­par­la­ment mitt­ler­wei­le eine Geset­zes­vor­la­ge zur Abstim­mung vor­liegt, die FGM end­gül­tig ver­bie­ten wird. Grün­de genug also, die Arbeit von »wadi« vor Ort anzu­schau­en.

Ori­en­ta­li­sche Gelas­sen­heit bei Rei­sen in den Nahen Osten ist hin und wie­der ange­bracht: War es im letz­ten Jahr die mas­si­ve Prä­senz tür­ki­scher Trup­pen an der tür­kisch-ira­ki­schen Gren­ze, die eine Ein­rei­se über Land in den kur­di­schen Nord­irak ver­ei­tel­ten – und mir so ein paar Tage Zwangs­ur­laub in Istan­bul bescher­ten – so war es dies­mal eine kasa­chi­sche Flug­li­nie, die mei­nen Besuch bei »wadi« ver­zö­ger­te. Mit Tho­mas von der Osten-Sacken, einem der Grün­der von »wadi«, hat­te ich ein paar Urlaubs­ta­ge in der Süd­tür­kei ver­bracht. Nun lan­den wir zwei Tage spä­ter als gebucht, von Istan­bul kom­mend, in Sulai­ma­niy­ya – im Nord­os­ten des Iraks gele­gen, nahe der ira­ni­schen Gren­ze, und mit rund 700.000 Ein­woh­ner die fünft­größ­te Stadt im Irak.

Falah Muradkhin, der Pro­jekt-Koor­di­na­tor von »wadi« für den Irak, erwar­tet uns. Sei­ne Lebens­ge­schich­te ist vol­ler Tra­gik und Hoff­nung zugleich und fast sinn­bild­lich für die Geschich­te die­ses Lan­des: Mit vier­zehn über­leb­te er nur mit Glück Sad­dams Gift­gas-Angriff auf die nord­ira­ki­sche Stadt Hal­ab­dscha im Jahr 1988. Er rang mona­te­lang in den Ber­gen ums Über­le­ben, schlug sich danach als Ziga­ret­ten­schmugg­ler durch, stu­dier­te Jura und lei­tet heu­te das Büro von »wadi« in Sulai­ma­niy­ya. Von hier aus wer­den die zahl­rei­chen Pro­jek­te der deut­schen Hilfs­organisation koor­di­niert. Und hier wer­de ich wäh­rend mei­nes ein­wö­chi­gen Auf­ent­hal­tes unter­ge­bracht sein.

Unse­re ers­te Tour führt durch zahl­rei­che Check­points hin­auf in das Berg­dorf Tawe­la. Ein paar Schrit­te noch und man befän­de sich bereits auf ira­ni­schem Boden. Wir sto­ßen auf das »Spiel­mo­bil« von »wadi«. Seit Früh­jahr die­ses Jah­res fährt der kun­ter­bunt bemal­te Bus durch die Dör­fer der Hau­ra­man-Regi­on. Ein Gebiet, das am stärks­ten von Gift­gas­an­grif­fen und Zer­stö­run­gen im Rah­men von Sad­dams soge­nann­ter »Anfal-Ope­ra­ti­on« betrof­fen war. Zwei Frau­en und ein Mann brin­gen mit dem Bus, bestückt mit Spiel­sa­chen, etwas Abwechs­lung und Freu­de zu Kin­dern, für die der Begriff »Spiel­platz« ein Fremd­wort ist. Ver­wun­dert bli­cke ich auf glück­li­che Kin­der, die vor ein­fa­chen Plas­tik-Rut­schen und ein paar Lego-Stei­nen Schlan­ge ste­hen.

Bis 2003 wüte­te in die­ser land­schaft­lich wun­der­schö­nen Berg­re­gi­on die »Ansar al-Islam« – eine, den Tali­ban ähn­liche, isla­mis­ti­sche Ter­ror­grup­pe, die Frau­en den Schul­besuch ver­bot und sie unter den Schlei­er zwang. Nach der Befrei­ung der Regi­on durch kur­di­sche und US-ame­ri­ka­ni­sche Trup­pen konn­te »wadi« auch hier eines sei­ner Frau­en­zen­tren ein­rich­ten.

Im Dorf Bia­ra erhal­ten Frau­en aus der Umge­bung nun Lese-, Sprach- und Com­pu­ter­kur­se. Auch kön­nen sie an Schmink- und Fri­seur-Work­shops teil­neh­men. Das schafft Frei­räu­me und ermög­licht es ihnen, sogar etwas zum Fa­milieneinkommen bei­zu­tra­gen – in einer von Stam­mes-Tra­di­ti­on, Analpha­be­tis­mus und Islam gepräg­ten Dorf­gesellschaft eine gro­ßer Schritt nach vorn.

Die­ses Land ist unwahr­schein­lich reich an Erd­öl und gehört zu den frucht­bars­ten Gebie­ten in der gesam­ten Regi­on“ sagt Tho­mas „aber ein Groß­teil der Nah­rungs­mit­tel muss impor­tiert wer­den und für ein­fachs­te Kin­der­spiel­plät­ze ist kein Geld da.“ Man mag es kaum glau­ben. Spä­ter wird ihm der Direk­tor einer Dorf­schu­le erzäh­len, dass die­ser die Bas­ket­ball­kör­be, die er gera­de im Schul­hof auf­stel­len lässt, aus eige­ner Tasche bezahlt hat. Man müs­se schließ­lich den ira­ni­schen Grenz­pos­ten, die von den Ber­gen auf sei­nen Schul­hof run­ter bli­cken kön­nen, demons­trie­ren, dass »regime chan­ge« Fort­schritt bedeu­tet.

Wir ver­las­sen die Ber­ge in süd­öst­li­che Rich­tung. Wie­der geht es durch zahl­rei­che Check­points – wir sind noch in der so genann­ten »zone red«, einen Sek­tor, in den bei­spiels­wei­se die UN ihren Mit­ar­bei­tern den Zutritt ver­bie­tet – und kom­men nach Hal­ab­dscha. Eine Stadt mit mitt­ler­wei­le wie­der an die 50.000 Ein­woh­nern. Schlag­zei­len mach­te die Stadt, als Sad­dam Hus­sein sie im März 1988 zwei Tage lang mit Gift­gas bom­bar­die­ren ließ. Bis zu 5.000 Men­schen fan­den sofort einen qual­vol­len Tod, wei­te­re Tau­send star­ben an den Spät­fol­gen des Angrif­fes.

Auch in Hal­ab­dscha gibt es ein von »wadi« unter­stütz­tes Frau­en­zen­trum. Seit 2007 befin­det sich dar­in unter ande­rem das ers­te Frau­en-Café im kur­di­schen Nord­irak. Was bei uns in Euro­pa nur müdes Ach­sel­zu­cken her­vor­ruft, ist hier eine abso­lu­te Beson­der­heit. Tee­stu­ben und Cafés gibt es zwar zuhauf im nahen Osten – jedoch aus­schließ­lich für Män­ner. Frau­en bleibt die­ser wich­ti­ge Ort der Kom­mu­ni­ka­ti­on ver­schlos­sen. In Hal­ab­dscha ist nun immer­hin ein Anfang gemacht, damit sich das ändern kann.

Einen Anfang machen – hier setzt auch das heu­te sehr erfolg­rei­che Radio »Dan­ge Nwe« (zu deutsch: »Neue Stim­me«) an. Es ist der ers­te unab­hän­gi­ge Radio­sen­der im Nord­irak. Seit 2005 sen­det die von »wadi» initi­ier­te und mitt­ler­wei­le selbst­ver­wal­te­te Radio­sta­di­on aus Hal­ab­dscha täg­lich ein breit­ge­fä­cher­tes Pro­gramm für Frau­en und Jugend­li­che. Man muss wis­sen, dass Jugend­li­che mit 60 % den größ­ten Bevöl­ke­rungs­an­teil im Irak stel­len. In ande­ren Län­dern des Nahen Osten ist es nicht viel anders. Ein enor­mer demo­gra­phi­scher Druck, in einer Regi­on, in der der Lebens­abschnitt »Jugend­li­cher« als Begriff nicht exis­tiert.

Zurück geht es im schöns­ten Abend­rot nach Sulai­ma­niy­ya. Getankt wird unter­wegs auf die ira­ki­sche Art: Zwar gibt es in den Zen­tren mitt­ler­wei­le auch Tank­stel­len, doch prä­gen Bret­ter­bu­den mit davor auf­ge­türm­ten, ben­zin­ge­füll­ten Plas­tik­ka­nis­tern das Bild der Stra­ße. Fehlt der fri­sche Wind aus den Ber­gen, legt sich über die Stadt eine Abgas­glocke, die einem Frank­fur­ter Frisch­luft gewohn­ten Tou­ris­ten das Atmen erschwert. Nicht aus­zu­den­ken, wenn die hier üb­lichen 45° C im Som­mer dazu kom­men.

Sulai­ma­niy­ya erweist sich unüber­seh­bar als eine Boom-Town. Wie Pil­ze schie­ßen vie­ler­orts neue Wohn­sied­lun­gen und mehr­stö­cki­ge Alu­mi­nu­im-Glas-Paläs­te aus dem Boden. Ein neu­er Uni­ver­si­täts­kom­plex ent­steht am Stadt­rand, der Roh­bau eines gigan­ti­schen Kran­ken­hau­ses war­tet auf Voll­endung und der Ver­kehrs­we­ge­bau treibt ori­en­ta­lisch son­der­ba­re Kaprio­len. Die Innen­stadt mit ihren beleb­ten und ver­win­kel­ten Markt­gas­sen wird »saniert«: Alter Bestand wird abge­ris­sen und hier und dort fres­sen sich rie­si­ge Bau­gru­ben in den Boden.

Wer in den Stra­ßen der Stadt schwer­be­waff­ne­te US-Patrol­lien erwar­tet, wird schwer ent­täuscht. In Sulai­ma­niy­ya und im gesam­ten Nord­irak sind kei­ne US-Trup­pen mehr sta­tio­niert. Zwar prä­gen vor wich­ti­gen Gebäu­den immer noch schwe­re Beton-Sper­ren und bewaff­ne­te Wäch­ter das Bild der Stadt, ansons­ten herrscht jedoch wei­test­ge­hend Nor­ma­li­tät. Nach Jah­ren der bru­ta­len Unter­drü­ckung durch das Regime von Sad­dam Hus­sein und sei­ner Baath-Par­tei sowie dem isla­mis­ti­schen Ter­ror der »Ansar al-Islam« zeigt sich der kur­di­sche Nord­irak mitt­ler­wei­le poli­tisch sta­bil.

Eine fast schon bewun­derns­wer­te Sta­bi­li­tät. Muss man sich doch immer wie­der ver­ge­gen­wär­ti­gen, dass Sad­dams Scher­gen hier in den acht­zi­ger Jah­ren an die 4.000 Dör­fer und zehn Städ­te dem Erd­bo­den gleich­mach­ten. Geschätz­te 180.000 Men­schen ließ das Regime ver­schwin­den, deren Lei­chen nun in zahl­rei­chen Mas­sen­grä­bern wie­der auf­tau­chen. Als sich die Kur­den 1991 von Sad­dam befrei­en konn­ten, lag die eins­ti­ge Korn­kam­mer des Irak voll­kom­men danie­der. Dör­fer muss­ten wie­der auf­ge­baut und hun­dert­tau­sen­den von Men­schen, die qua­si Flücht­lin­ge im eige­nen Land waren, eine Zukunft gege­ben wer­den. Zu allem Über­fluß ent­brann­te 1994 zwi­schen den bei­den gro­ßen kur­di­schen Par­tei­en PUK und KDP ein erbit­ter­ter Krieg um die Ein­nah­men aus dem Grenz­han­del. Der Kon­flikt fand erst 1998 in einem insta­bi­len Waf­fen­still­stand sein Ende.

Und wei­te­re Pro­ble­me kom­men hin­zu. Nicht nur die Dik­ta­tur Sad­dams und der isla­mis­ti­sche Ter­ror haben Nar­ben hin­ter­las­sen. Auch tief­ver­wur­zel­te Stam­mes-Tra­di­tio­nen, Kor­rup­ti­on, der Nepo­tis­mus der Par­tei­en, deren Unfä­hig­keit trag­fä­hi­ge öko­no­mi­sche Struk­tu­ren zu schaf­fen sowie eine Reli­gi­on, die sich wie Fir­nis über die Gesell­schaft legt, machen es schwie­rig und äußerst müh­sam, not­wen­di­ge Ver­än­de­run­gen in Gang zu brin­gen.

Beim Abend­essen wird mir klar: Trotz aller Wid­rig­kei­ten haben die Men­schen hier etwas, was Grundvoraus­setzung für not­wen­di­ge Ver­än­de­run­gen ist – Frei­heit und Demo­kra­tie. So zer­brech­lich und unvoll­kom­men sie auch sein mögen. In kei­nem ande­ren Land im Nahen Osten, Isra­el aus­ge­nom­men, könn­ten wir in einem Restau­rant sit­zen und laut­hals Wit­ze über die herr­schen­den Par­tei­en und die Reli­gi­on machen, ohne Angst vor staat­li­cher Will­kür haben zu müs­sen.

Spä­ter geht es dann noch ins Bow­ling­cen­ter von Sulai­maniyya. Nach der übli­chen Lei­bes­vi­si­ta­ti­on – isla­mis­ti­sche Sui­ci­de-Bom­ber ver­ste­hen nun­mal kei­nen Spass – haben wir in meh­re­ren Eta­gen Spiel­au­to­ma­ten, Bow­ling, Bil­lard oder Tisch­fuß­ball zur Aus­wahl. Wir ent­schei­den uns für Tisch­fuß­ball, ich ver­lie­re und ver­schüt­te auch noch mein teu­res korea­ni­sches Bier. Aber wir sehen Frau­en ohne Kopf­tü­cher und Män­ner, die gemein­sam ein­fach nur Freu­de am Bow­ling haben. Auch ein Zei­chen der Hoff­nung für den Irak, den­ke ich. Und »wadi«, mitt­ler­wei­le fast die ein­zi­ge deut­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­ti­on, die die­sem Land nicht den Rücken gekehrt hat, ist es auch.